Kreativtechnik – Teil 2

Walt-Disney-Methode

Die von Walt Disney entwickelte Technik die Kreativität und Prozessoptimierung zu fördern, basiert auf den Gedanken des Rollenspiels und wird heute regelmäßig in der Business- und Managementwelt eingesetzt.

Disney entwickelte drei Figuren – den Träumer, den Realisten und den Kritiker. Jede dieser Rollen kann durch eine Einzelperson aber auch durch eine Gruppe, ein Team verkörpert werden. Disney hat sehr früh erkannt, wie wichtig es ist, seine MitarbeiterInnen in den Innovationsprozess und die Ideenfindung einzubinden und der Erfolg gab ihm Recht.

Disney perfektionierte sein Rollenspiel, indem er für jede Rolle einen eigenen Raum in seiner Firma schuf, der entsprechend eingerichtet war. Heute findet sich dieser Ansatz im sog. Design Thinking wieder.

Der Raum des Träumers war groß, hell, bunt und mit Bildern und kreativen Sprüchen versehen. Dem Realisten wurde ein Zimmer mit einem großen Zeichentisch und einer Vielzahl moderner Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, um die Träume zu realisieren und der Kritiker musste in einem kleinen, engen Zimmer die Entwürfe des Realisten beurteilen und bewerten.

Nicht jede/r hat die Möglichkeit, solch optimale Bedingungen für das Rollenspiel zu schaffen – es reichen, drei räumlich von einander getrennte Stühle und etwas Beiwerk für die jeweilige Rolle und es kann losgehen.

Walt Disneys Methode gliedert sich auf in 7 Schritte.

Schritt 1: Probelauf – Träumer Der/die Teilnehmer/Innen schlüpfen vorab – ohne das Thema zu wissen – in die Rolle des Träumers. Sie denken an einen wunderschönen und kreativen Moment in Ihrem Leben, um den positiven Einfluss zu spüren

Schritt 2: Probelauf – Realist Nach einer kurzen Pause nehmen die TeilnehmerInnen den Platz des Realisten ein. Dort erinnert sich jede/r TeilnehmerIn an eine persönliche Situation, die er einfach und clever gelöst hat.

Schritt 3: Probelauf – Kritiker Jede/r TeilnehmerIn holt sich eine ganz besondere Situation in sein Bewusstsein, welche er/sie kritisch analysierte.

Schritt 4: Der Moderator gibt das zu lösende Problem, die gestellte Aufgabe bekannt

Schritt 5: Das Rollenspiel beginnt – Träumer Das Team/die Person begibt sich in die Ecke/in den Raum des Träumers. Die Träumer entwickeln Visionen, Ziele, Fantastereien – ohne Grenzen, ohne Einschränkungen und Vorgaben – es darf so richtig gesponnen werden. Jeder noch so verrückte, chaotisch anmutende Ansatz, könnte eine neue, gewinnbringende Idee beinhalten.

Schritt 6: Realist Das Team/die Person zieht weiter zum Platz/Raum des Realisten. Hier werden die gewonnenen Ideen auf Herz und Nieren geprüft und folgenden Fragen unterzogen: Was fühlt man bei der Idee? Was wird für die Umsetzung benötigt? Sind bereits Grundlagen vorhanden? Kann der Ansatz getestet werden? Was muss gesagt und getan werden? Bevor die Idee an die Kritiker weitergegeben wird, durchläuft sie diesen intensiven Schritt und so entpuppt sich manche auf den ersten Blick unrealistische Idee, als wirklich innovativer Ansatz.

Schritt 7: Kritiker In der letzten Station dieses Kreislaufes, stellen sich die Kritiker der Aufgabe, sich konstruktiv mit den Ideen auseinanderzusetzen. Ihre Analyse basiert auf folgenden Fragen: Was könnte verbessert werden? Welche Chancen und Risiken sind vorhanden? Wurde etwas übersehen – Stakeholder-Analyse? Wie denke ich über den Vorschlag?

Wenn alle relevanten Fragen geklärt und abzusehen ist, dass ein weiterer Durchlauf keine Optimierung bringt, ist der Kreativprozess abgeschlossen und es können die Ergebnisse präsentiert werden.

Ein Moderator kann helfen die Ergebnisse der einzelnen Rollen abzugrenzen und zur Präsentationsreife zu entwickeln – kann, muss nicht. Geübte TeilnehmerInnen können – auf Grundlage ihrer eigenen Stärken – sich gegenseitig unterstützen und dadurch zu einer effektiven und konstruktiven Diskussion und zu neuen Lösungsansätzen beitragen.

Die Walt-Disney-Methode ist anstrengend und kraftraubend aber sehr effektiv und macht richtig viel Spaß.

Wir von finearts haben diese Methode schon oft angewendet und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Spaß, Kreativität und handwerkliches Können sprechen eine deutliche Sprache

finearts

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