Dramaturgie eines Films

Bereits Aristoteles erkannte, dass es mehr brauchte als eine gute Story und gute Darsteller, um eine Geschichte perfekt in Szene zu setzen – es brauchte eine Struktur, eine Dramaturgie, eine, die einfach aufgebaut, den Zuschauer/der Zuschauerin schnell in die Geschichte einführt, sie/ihn mitnimmt und mit einem AHA oder einem WOW aus der Aufführung/Film rausgehen lässt, eine, die am besten immer wiederkehrt und somit keiner weiteren Erklärung Bedarf.

Man könnte dies als die Geburtsstunde des noch heute sehr beliebten Drei-Akt-Schemas (Anfang – Mitte – Ende oder Exposition – Konflikt – Auflösung) bezeichnen.

Wir sprechen von Plot, wenn wir das Handlungsgerüst meinen, wir sprechen von Point of Attack oder Plot Twist, wenn wir mit einer plötzlichen Wendung konfrontiert werden, wir sprechen von Klimax, wenn die Handlung ihren Höhepunkt erreicht und werden begleitet von einem gezielten Spannungsaufbau und einen entsprechenden Spannungsabbau, wenn es dem Ende zugeht.

Klingt einfach – ist es aber nicht.

Ob ein Film erfolgreich ist oder nicht hängt von der Story, der Glaubwürdigkeit unserer Protagonisten und von der Inszenierung ab – werden die Rezipienten von den Darsteller*innen abgeholt und vom Film mitgenommen

– bekommen sie Orte, Schauplätze, das soziale Umfeld, die kulturelle Umgebung und die vorherrschende Stimmung adäquat vermittelt

– verstehen sie den Handlungsstrang und die zeitlichen Abläufe

Die meisten Filme basieren auf einer kausal-chronologisch verknüpften Kette von Ereignissen und handelnden Figuren.

Nachdem die Figuren eingeführt, der Handlungsort offenbart (Establishing Shot – meist Totale um den Ort der Handlung vorzustellen) und wir den Konflikt, das Problem klar definiert haben, eilen wir mit einigen unvorhersehbaren Breaks der Lösung und dem Ende entgegen – alles auf einem festgelegten Zeitstrahl.

Wenn es für den Film wichtig ist, können wir natürlich auch einen Sprung in die Vergangenheit (Rückblende) oder einen in die Zukunft wagen, um dem Film den nötigen DRIVE zu geben.

Ganz besonders wichtig bei der Einschätzung: „Ist die Szene wichtig für den Film?“, sollten wir kritisch hinterfragen, ob die Szene unsere Geschichte vorantreibt oder nur einen unnötigen Nebenschauplatz aufmacht und um das besser einschätzen zu können, sollten wir im Vorfeld uns eine dezidierte Log Line (oder Pitch – sehr kurzer Text, der die Handlung eines Filmes zusammenfasst) überlegen und gerne auch Rat bei einem Dritten einholen. Jedoch aufgepasst, auch beim Film verderben zu viele Köche den Brei und oft ist weniger mehr.

finearts – Know How und Begeisterung werden EINS

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