Jazz im Hangar

finearts berichtet

Jazz vom Feinsten

Torsten Zwingenberger and Band – LIVE

NEW ORLEANS SHAKERS ALLSTARS featuring BRENDA BOYKIN (voc) with Uli Wunner (sax/cl/), Jan Luley (p), Lindy Huppertsberg (b), Torsten Zwingenberger (dr/perc)

Am Samstag, den 14.05. war es nach zwei Jahren endlich so weit.

Live-Auftritt – Jazz im Hangar Flugplatz Ellermuehle
Veranstalter Lionsclub Landshut

Was geschieht, wenn sich Musiker*innen zum ersten Mal in einer traumhaften Location zum Spielen treffen – etwas Großes, Einzigartiges, Klangvolles.

Der Hangar des Flugplatzes in Landshut ist ein besonderer Platz und bekannt für seine außergewöhnlichen Jazz-Konzerte.

Zwei Jahre mussten die BesucherInnen auf dieses Konzert der NEW ORLEANS SHAKERS ALLSTARS warten und das das Warten sich gelohnt hat, zeigte der nimmer endende Applaus nach jedem Stück und die zahlreichen Zugaben am Ende des Konzerts.

Ein voller Hangar, eine MEGA-Atmosphäre, virtuose Klänge gepaart mit der einzigartigen, voluminösen Stimme von Brenda Boykin, machten diesen Abend zu etwas ganz besonderem – Jazzgeschichte, nein, aber ein Abend, von dem ich gerne erzähle und der mir wahnsinnig viel Freude bereitet hat.

Ich habe mit Torsten Zwingenberger nicht nur einen guten Freund wieder gesehen und vor allem gehört, sondern uns wurde ein Stück Normalität zurück gegeben und dies auf eine unerhört eindrucksvolle Art und Weise.

Wir erlebten – wie Brenda sagen würde:

A great evening of modern and classical music from New Orleans and the Caribbean – THANK YOU

Filmtipp aus der Redaktion


Filmtipp für HEUTE – DOK.fest 2022 – München

Do 12. Mai, 20.30 Uhr

KASH KASH

Deutschland, Libanon, Qatar 2021 – Regie: Lea Najjar – Originalfassung: Arabisch – Untertitel: Deutsch, Englisch

Taubenschwärme ziehen ihre Kreise über den Dächern der Stadt Beirut. Begleitet von Pfeifen und Schnalzen schießen ihre Besitzer Orangen in die Luft. Sie spielen Kash Hamam: Wer die Taube eines anderen fängt, hat gewonnen.

Mit ihrem Debütfilm zeichnet die Filmemacherin Lea Najjar ein feinfühliges Porträt ihrer Heimatstadt. Einer Stadt, die gezeichnet ist von korrupten Eliten, politischem Protest und einer Explosion, die in die Geschichte eingegangen ist. Mit Eleganz und Leichtigkeit fliegen die Tauben an den Trümmern am Hafen vorbei. Ein Symbol für Liebe, Frieden und die Resilienz der Bewohner*innen von Beirut, die in eine ungewisse Zukunft steuern.

Ein fulminanter Film, der mit seinen cineastischen Bildern und dem Takt des Flügelschlags eine Melodie der Hoffnung komponiert.

Heute zu sehen im

Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2 – 6, 80469 München

dem Kulturzentrum der besonderen Art – ich liebe es

#dokfest

#dokumentation

#filmproduktion

#finearts

37. DOK.fest in München

37. DOK.fest in München – finearts ist natürlich für Euch/Sie dabei

124 Filme aus 55 Ländern werden sowohl in München auf der Kinoleinwand (vom 4. bis 15. Mai) als auch als Stream (vom 9. bis 22. Mai) zu sehen sein.

Es ist ein tolles Festival – innovativ, kreativ, politisch und mit einer ganz besonderen Strahlkraft. Du bist hautnah dabei, wenn sich die Macher*innen präsentieren, Rede und Antwort stehen und ihre Arbeit in einem einzigartigen Rahmen gezeigt wird.

Nach zwei Jahren Unterbrechung kehrt das DOK.fest München ins Deutsche Theater mit GANZ GROSSEM KINO zurück.

Weitere Aufführungsorte sind: City Kinos, Rio Filmpalast, Neues Maxim und Filmmuseum. Zu den bewährten Spielstätten wie der HFF kommen das Neue Rottmann und das Amerikahaus hinzu. 

Das Programmheft liegt aus oder sucht Euch die Filme auf der Webseite des DOK.festes aus – nicht zulange warten, sonst …

Beim DOK.forum Marktplatz können Filmemacher.innen über hundert Branchenvertreter.innen ihre dokumentarischen Projekte vorstellen. DOK.forum Perspektiven lädt ein, aktuelle Trends zu diskutieren und neue Impulse für die Zukunft des Dokumentarfilms zu geben – mit 33 öffentlichen Veranstaltungen ist es die bisher größte Edition. 

In den drei Wettbewerbsreihen konkurrieren Filme um den VIKTOR Main Competition DOK.international (gestiftet vom Bayerischen Rundfunk), den VIKTOR DOK.deutsch und den VIKTOR DOK.horizonte (gestiftet von der Petra-Kelly-Stiftung). Insgesamt werden 17 Preise verliehen incl. dem Dokumentarfilmpreis des GoetheInstituts.

Wer uns vor Ort treffen möchte, bitte vorher einen Termin vereinbaren, danke.

Jetzt wünsche ich Euch/Ihnen ganz viel Spaß beim diesjährigen DOK.fest

finearts – wenn gut nicht gut genug ist

* Kurzer Stopp während der Drehpause *

finearts – wenn gut nicht gut genug ist

finearts – nachhaltig, innovativ und mehrfach ausgezeichnet

finearts produziert sehr erfolgreich Image-, Werbe- und Produktfilme für namhafte Unternehmen, den Mittelstand, Startups, Vereine und Verbände.

Warum? Weil es uns Spaß macht, wir mit Begeisterung bei der Sache sind, wir das kreative Potenzial dazu haben und über die entsprechende Technik verfügen, um es umzusetzen.

Budget – Ja – aber nicht alles

finearts entwickelt Konzepte für jedwede Art von Bewegtbild. Wir nutzen unser Know How, um Ihr Unternehmen, Ihre Idee zu puschen, um weiterhin Ihren Erfolg zu garantieren bzw. ihn auszubauen.

Darüber hinaus ist es uns wichtig sich sozial zu engagieren und auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim Dreh wert zu legen.

finearts engagiert sich in der Stiftung „Die gute Tat“, unterstützt eigenleben-jetzt, hilft Organisationen wie dem Bundesverband Kinderhospiz, Organisationen die sich um die Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern, den Barber Angels und Fellnasen in Not.

Wir geben unser Wissen in Vorlesungen an der Filmhochschule und an junge Kollegen/Kolleginnen weiter und bilden uns stetig fort, um up to date zu sein.

finearts – Mittendrin und mit großen Schritten vorweg – statt nur dabei

finearts – das BESONDERE hat einen Namen und bleibt bezahlbar

Filme aus der Kreativschmiede – von der Konzepterstellung über den Dreh, die Post bis zur Betreuung der Präsentation sind wir ein gefragter Ansprechpartner – finearts

2raumwohnung Live in München

finearts war Mittendrin statt nur dabei

2raumwohnung in München
Tourstart 2022 in der Muffathalle

Es ist wie bei Olympia – die 20 Jahre Tour findet im 22. Jahr statt und dies mit einem sensationellen Auftaktkonzert in der Münchner Muffathalle.

volle Hütte – hohe Erwartungshaltung – beste Stimmung

Dann betreten Inga Humpe – Vocal/Keyboard, Tommy Eckart – Keyboard/Guitar und Heinrich Schiffers – Guitar/Sax unter tosendem Applaus die Bühne und bringen in nur wenigen Minuten die Halle auf Betriebstemperatur.

Der Abend war bunt, frisch und ein schöner Mix aus fetzigen Elektrobeats und ruhigen, besinnlichen Stücken.

Natürlich – die Klassiker, die Hits waren auch dabei – „Sexy Girl“, „36 Grad“, „Bei dir bin ich schön“, „Besser geht’s nicht“ und „2 von Millionen von Sternen“ wurden von der Menge gefeiert.

Ein kurzes Saxophon-Solo, erfrischende Synthesizer-Klänge und eine treibende Gitarre, geben vielen „alten“ Liedern mehr Power und lassen die Band ins 2022 schweben.

Ich habe 2raumwohnung genossen.

Es war sicherlich nicht ein Meister*innenwerk an Musikalität und innovativen Arrangements aber – und das ist für mich entscheidend – es hat einfach Spaß gemacht und die positive Energie von Inga Humpe hat uns schnell ins Abenteuerland mitgenommen und wir standen da, gemeinsam mit ihr im Garten wo alles vor über 20 Jahren angefangen hat.

P.S.: da standen wir auch schon vor 20 Jahren und viele Konzertbesucher*innen auch

Kreativtechnik Teil 3 – die 6-3-5 Methode

Was wie eine wilde Zahlenkombination anmutet ist eigentlich ganz einfach erklärt und birgt wunderbare Ansätze, um Ideen wachsen zu lassen.

Die 6-3-5 Methode gehört zu den Brainwriting-Techniken. 6 Teilnehmer – am besten an einem Tisch platziert – bekommen jeweils ein Blatt, auf dem sie 3 Ideen notieren und dann dieses insgesamt 5 mal weiterreichen. Seit der Entwicklung der 6-3-5 Methode durch Bernd Rohrbach in den 60iger Jahren, hat sich dies Methode zu einer der beliebtesten Brainwriting-Methoden entwickelt und findet bei uns im Team einen regen Zuspruch – ist ungeheuer inspirierend und hebt die Stimmung ungemein.

Die 6-3-5 Methode in der frühen kreativen Phase eingesetzt, führt schnell zu Ergebnissen ohne, dass eine direkte Bewertung vorgenommen wird. In kürzester Zeit entstehen so eine Reihe von Ideen, die einerseits das Team ungeheuer beflügelt und anderseits es durch die starre Struktur etwas bremst – unterm Strich finden wir, dass die Kreativität überwiegt und wir mit dieser Methode viele konstruktive Überlegungen angeregt und später in die Tat umgesetzt haben.

Wichtig: Eine präzise Formulierung der Fragestellung und eine klare Definition des Problems, der Aufgabe – dann kann es losgehen.

Der/die Moderator/in erklärt im Vorfeld die Regeln der 6-3-5 Methode, führt die Teilnehmenden 6 Personen in die Frage-/Problemstellung ein und ist für die Zeitmessung verantwortlich – jede Runde dauert max. 5 Minuten – Spontanität wird hierdurch extrem gefördert und oft ist der erste Gedanke, der, der den Unterschied ausmacht.

Bevor es losgeht, werden die Arbeitsblätter mit einer Tabelle aus 3 Spalten und 6 Zeilen vorbereitet.

In jeder Runde werden die Teilnehmer*innen aufgerufen, die oberste noch freite Zeile mit ihren Ideen zu befüllen, die Ideen der Vorgänger*innen aufzugreifen, zu erweitern und/oder weiterzuentwickeln und dass nach einer vorgegebenen Zeit – 5 Minuten hat sich bei uns als sehr gut erwiesen.

Nachdem die letzte Runde – weitergegeben wird im Uhrzeigersinn – abgeschlossen ist, wird ausgewertet.

Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen analysiert der Moderator die Ergebnisse.

Vorteile der 635-Methode

– alle Teilnehmer kommen zu „Wort“

– Quantität

– Spaß

Eine sehr spannende Technik, die gut mit anderen Kreativmethoden kombiniert werden kann – Inspiration garantiert.

finearts, wenn gut nicht gut genug und kreativ nicht kreativ genug ist

Im Wandel

Change-Mangement – Mindsetting – Purpose – Role Model – Agilität

Die beiden Oxford-Wissenschaftler und Zukunftsforscher Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne haben in Ihrer Studie namens „The Future of Employment“ belegt, dass bereits in naher Zukunft eine Vielzahl von Arbeitsplätzen nicht mehr existieren und die Wirtschaft einem enormen Wandel unterliegt.

Wer jetzt zu lange an dem Bestehenden festhält, wird morgen vielleicht nicht mehr sein – Erfolg basiert nicht auf dem Ausreizen des Bestehenden, sondern auf dem Erkennen des Zukünftigen.

Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderungen und sollte es ihnen nicht gelingen, sich stets neu zu erfinden und die Mitarbeiter*innen für ihre Ziele zu begeistern, werden sie das Tal der Tränen durchschreiten und das Übermorgen nicht erleben – Nokia ist ein gutes Beispiel dafür.

Was braucht es um auch morgen noch erfolgreich zu sein?

1. Mut – Mut seinen Mitarbeiter*innen Verantwortung zu übertragen, sie Fehler machen zu lassen und neue Wege zu gehen. Nur wenn wir es schaffen, dass wir auch den Mut haben, den Mitarbeiter*innen und den Führungskräften Fehler ohne Abmahnung und Gesichtsverlust zuzugestehen und sie mal MACHEN lassen, werden sie uns und unser Vorhaben bereichern und nicht zu konformen Ja-Sager*innen werden.

2. Purpose – Eine eindeutige Antwort auf die Frage „Warum“ – kein lapidares „Warümchen“ – es braucht überzeugende Inhalte, ein Ziel, dass es lohnt erreicht zu werden, ein Ideal und eine Crew, die dafür einsteht und es braucht neue Vorbilder – Role Models, um dem Wunsch noch mehr Ausdruck zu verleihen.

3. Mindset-Wandel – Es Bedarf keiner Oxford-Wissenschaftler um zu erkennen, dass die Welt im Wandel ist und sich dabei gefühlt immer schneller dreht. Jetzt heißt es agieren und nicht nur reagieren. Wir müssen aus unser Komfort-Zone raus und das Leben mit Sinn, Nachhaltigkeit und einer erstrebenswerten Zukunftsvision füllen und dabei unser Team mitnehmen.

4. Ehrlichkeit und Diversität – Wir brauchen keine Schauspieler*innen, die uns den Weg vorgaukeln – ehrlich, transparent, authentisch packen wir unsere Vision bei den Hörnern und gestehen uns ein, dass wir phasenweise unwissend sind, vielleicht sogar planlos umherirren, Chaos unser Wegbegleiter ist und wir dennoch an einem Strang ziehen – gemeinsam und diverse Teams nutzen, um neue, interessante Blickwinkel in unseren Schaffensprozess einzubeziehen.

5. Agilität – die Steigerung der reaktiven wie proaktiven Gewandtheit, Wendigkeit oder Beweglichkeit von Organisationen und Personen bzw. in Strukturen und Prozessen auf unvorhergesehene Ereignisse und neue Anforderungen – agile Führung, agile Teams

Wir brauchen die Energie aller – jung/alt – Mann/Frau/Divers – unterschiedlicher Herkunft – Vielfalt – um eine gemeinsame Zukunft zu haben – ob in gesellschaftlichen, humanitären oder wirtschaftlichen Angelegenheiten.

Eine Welt – unsere Welt

finearts – wir sind gerne Teil davon

finearts – ihr Filmdienstleister von heute, morgen und übermorgen

Gott – Theater erleben

Mit finearts Kultur erleben:

Gott – ein Theaterstück von F.v. Schirach inszeniert von Max Färberböck

Es war die 25. Vorstellung des Stücks „Gott“ von Ferdinand von Schirach und es hat mich bewegt.

Im Februar 2020 entschied das Bundesverfassungsgericht – unter Applaus – den §217 des Strafgesetzbuches, der die „geschäftsmäßige Förderung“ von Suizid verbot, aufzuheben. Ein Arzt darf – nach sorgfältiger Prüfung – einem Patienten ein tödliches Gift besorgen, es aber nicht aktiv verabreichen – Ferdinand von Schirach nimmt sich genau dieser Problematik an und Max Färberböck verleiht dem Stück durch kleine, aber wesentliche Änderungen am Skript, mehr Power und eine Konfrontation der Worte auf der Bühne.

Nicht der ursprüngliche 78 Jahre alt Herr Gärtner, sondern die 68 Jahre alte und gefühlt mitten im Leben stehende Frau Gärtner möchte sich nach reichlicher Überlegung und vorangegangener Therapie das Leben auf eine selbstbestimmte Art und Weise nehmen und konsultiert ihre Vertrauensärztin. Die jedoch kann dies nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren und verweigert Frau Gärtner die Beschaffung des Medikamentes.

Es entflammt ein heftiger Diskurs auf der Bühne des Residenztheaters über die Frage, „Wem gehört das Leben?“ „Kann ich frei über mein Leben, also auch über meinen Tod entscheiden?“

Eine spannende Frage, die Max Färberböck uns die DarstellerInnen eindrucksvoll in Szene setzen. Wie so oft, setzt das Residenztheater auf ein sehr reduziertes Bühnenbild. Karge, graue Wände, Bänke und einfachste Sitzgelegenheiten – kein Glamour, nichts, das von dieser Auseinandersetzung ablenkt.

Die Gelehrten werden befragt – erst seitens der Ethikkommission, dann durch den Anwalt von Frau Gärtner und schlussendlich durch Frau Gärtner selbst.

Der Zuschauer, die Zuschauerin sitzt mittendrin und wird mit den unterschiedlichsten, teils abstrusen und aus der Antike stammenden Argumenten überhäuft ohne, dass es langatmig oder gar langweilig wurde. Beherzt griff der Anwalt von Frau Gärtner die Argumente auf, führte die pot. Gelehrten teilweise vor und es kam am Ende des Stückes zur Abstimmung – rote Karte gegen die Selbstbestimmung, grüne Karte für die Selbstbestimmung zum Erlangen des Todes.

Grün überwiegt

Wir werden entlassen, aber das Thema gärt weiterhin in unseren Köpfen. Ich bin sehr froh das Stück direkt nach dem Schlussapplaus mit meinem Sohn besprechen zu können.

Ein schwieriges Thema, dass selten offen angesprochen wird, findet durch die Inszenierung einen Raum – ändern wird es wenig, aber es wird deutlich, wie wichtig diese Räume sind, um sich eine Meinung zu bilden.

Gerne hätte ich nach der Vorstellung noch mit einem der SchauspielerInnen gesprochen, doch diese eilten geschlossen zum Ausgang, um für humanitäre Zwecke zu sammeln – tolle Aktion – toller Abend, danke.

Buchvorstellung

Die Sammlerin der verlorenen Wörter

Ein Buch von Pip Williams, erscheint am 11.04.2022 im Diana Verlag

Pip Williams, geboren in London und aufgewachsen in Sydney, Sozialwissenschaftlerin und leidenschaftliche Autorin, ist mit Ihrem Roman „Die Sammlerin der verlorenen Wörter“ ein absolut herausragendes und mich vollkommen in seinen Bann gezogenes Werk gelungen.

Die Geschichte um Esme, Ihren Vater, Ihre Tante Ditte, ihrem Ehemann und ihrer besten Freundin Lizzie ist von Pip Williams hervorragend in Szene gesetzt worden. Bild für Bild, Seite für Seite nimmt die Geschichte für den Leser/die Leserin Gestalt an – wir sind mittendrin, mittendrin im Skriptorium und fragen uns nicht nur, ob die verlorenen Wörter endlich Bedeutung erlangen, ob Esme Bedeutung vielleicht sogar Ruhm ernten wird, sondern erfahren ganz nebenbei, wie sehr die Sprache durch intellektuelle weiße Männer geprägt wurde, welche Rolle die Frau im 1. Weltkrieg einnahm, über den Kampf um das Frauenwahlrecht in England und soziale Unterschiede in der damaligen Zeit.

Bondmaid – leibeigene Magd – war das erste „verlorene“ Wort, das Esme sammelte und es sollte die Geschichte prägen wie kein Zweites.

Wie schrieb die New York Times so schön: „Ein fesselndes, schlaues Loblied auf die Frauen, deren Beitrag zum Oxford Englisch Dictionary weitgehend unbemerkt blieb.“

Ich finde diesen Roman weit mehr als nur ein Loblied, da er mich und sicherlich viele Leser*innen dazu anregen wird, mehr über die damalige Zeit wissen zu wollen, sich über die Sprache Gedanken zu machen und sich zu fragen, ob es heute so viel anders läuft.

Krieg

Dominanz der Männer

Bildungs- und Chancenungleichheit

Sprache als Zeichen für Intelligenz und Bildung

Ist die gelebte Sprache so viel weniger wert als die im Duden, ist die „einfache“ Sprache der „gehobenen“ Sprache unterlegen, oder ist gar das Gegenteil der Fall – einfach, lebendig, bildhaft und nah an uns Menschen und… für jeden verständlich, statt Ab- und Ausgrenzung durch Sprache.

Mich hat das Buch von der ersten Seite begeistert und ich konnte es ehrlich kaum zur Seite legen.

Ich kann es jedem empfehlen, es schon mal in den Warenkorb zu legen und an Ostern auszupacken – Viel Spaß bei der hervorragenden Lektüre.

Buchvorstellung

Großer Panda und Kleiner Drache – Ein Buch über Freundschaft und alles, was wichtig oder nicht so wichtig ist

Großer Panda und Kleiner Drache sind beste Freunde. Gemeinsam gehen sie auf Reisen und nehmen uns mit -durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter und durch noch einen Frühling.

Wohin die Reise geht  ist ungewiss, aber eigentlich auch gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es, den Duft der Blumen zu genießen, neue Dinge auszuprobieren und aus Blättern Sonnenschirme zu machen. Und auch wenn sich die beiden mal verirren, ist das nicht so schlimm, denn das Allerwichtigste sind weder der Weg noch das Ziel, sondern die Gefährten.

Großer Panda und Kleiner Drache schenken einander Kraft, Trost und jede Menge gute Ratschläge. Diese sind inspiriert vom Buddhismus, mit dem sich der englische Autor James Norbury lange auseinandergesetzt hat. Von ihm stammen auch die zahlreichen Illustrationen, die die beiden Freunde auf 160 Seiten zum Leben erwecken – mal schwarzweiß, mal in Farbe.

James Norbury hat eigentlich Zoologie studiert und wollte Park Ranger werden, um bedrohte Tierarten zu schützen, doch daraus wurde nichts. Stattdessen kümmert er sich nun um Straßenkatzen und hat selbst sieben Fellnasen.

Großer Panda steht für ihn für Weisheit und Gutmütigkeit, während Kleiner Drache – im Gegensatz zu seinen großen, manchmal furchteinflößenden Artgenossen – eher verletzlich ist.

Die am 28. März 2022 erschienene gebundene Ausgabe ist äußerlich schon ein Hingucker und enttäuscht auch beim Durchblättern nicht. Es ist ein Buch, das man auch einfach auf einer beliebigen Seite aufschlagen kann, um sich von Großer Panda und Kleiner Drache ein Lächeln aufs Gesicht zaubern zu lassen.

Autorin: Selma Wudi